MediTECH Electronik GmbH - Warnke-Verfahren: Hören - Sehen - Bewegen

Lebensnahe Diktate oder die Figur-Grund-Wahrnehmung



Immer wieder wird von den Eltern rechtschreibschwacher Kindern das Phänomen berichtet, dass ihr Kind beim Probediktat am Nachmittag vor der eigent­lichen Klassenarbeit fast keine Fehler gemacht habe, während aber es beim „Ernstfall“ in der Schu­le am nächsten Morgen total abgestürzt sei. Die da­für maß­gebenden Ursachen wurden systematisch ermittelt. Beim häuslichen Diktat erlebt jedes Kind in der Regel eine ausgesprochene Schonsituation im Ver­gleich zum Diktat in der Klasse:

Daheim erreicht die Stimme der diktierenden Mutter das Kind mit einem Schalldruckpegel von etwa 75 db(A) im Vergleich zu einem Störschall von etwa 40 dB(A). Die Differenz beträgt 35 dB(A), die Mutter ist sehr gut und mühelos zu verstehen. Die Mutter stellt sich ganz auto­matisch genau auf die Schreibgeschwindigkeit ihres Kindes ein und wird erst nach Vollendung des vorher Diktierten weiterdiktieren. Das Kind weiß, dass bei diesem Probediktat selbst bei etwaigen Fehlern praktisch nichts auf dem Spiele steht. Schließlich kann das Kind die bei LRS fast im­mer unbewusst entwickelte Ersatzstrategie des Mund­ablesens bei der direkt ge­gen­übersitzenden Mutter gut einsetzen.

Anders am nächsten Morgen in der Klasse: Die Stimme der diktierenden Lehrerin erreicht das Kind mit einem Schalldruckpegel von etwa 65 db(A) im Vergleich zu einem typischen Stör­schall von etwa 50 dB(A). Die Differenz beträgt nur 15 dB(A), das beeinträchtigt die Verständlichkeit für diese Kinder schon zu sehr. Die Lehrerin kann nicht unendlich lange Rücksichten beim Diktier­tempo nehmen, sondern muss gegebenenfalls in Kauf nehmen, dass die LRS-Kinder auch einmal etwas auslassen. Das Kind befindet sich in ei­ner wirklichen Stress-Situation; denn bei diesem echten Dik­tat steht zumeist sehr viel auf dem Spiele. Schließlich kann das Kind die Ersatzstrategie des Mund­ablesens bei der in der Klas­se umhergehenden Lehrerin kaum einsetzen.

Die Tatsache, dass wir zwei Ohren haben, ist ja nicht einfach eine Laune der Natur. Vielmehr dient diese Ausstattung dem räumlichen Hören, also der Fähigkeit, Richtungen von Schall­quellen zu orten und vor allem auch trotz Störgeräuschen eine gewünschte Stimme heraus­zuhören und zu verstehen, also die Figur-Grund-Wahrnehmung zu verbessern. Die Psycho-Akustiker bezeichnen die Fähigkeit salopp als den „Party-Effekt“. Es scheinen gesellige Leute zu sein.

Warum „Party-Effekt“? Das kennen Sie: Sie stehen auf einer Party mit dem obligaten Glas in der Hand inmitten einer der vielen Kleingruppen, die sich über ein bestimmtes Thema unterhalten. Der Saal ist vom Stimmengewirr gleichmäßig erfüllt. Aber das Thema in Ihrer Gruppe ist ätzend langweilig. Wohl erzogen, wie Sie sind, heucheln Sie eine Zeitlang Aufmerksam­keit und nicken gelegentlich beifällig. Aber die Gruppe halbrechts hinter Ihnen hat ein wirklich interessantes Thema. Längst haben Sie Ihr Richtungshörvermögen dorthin umgestellt und benutzen die erste sich bietende Gelegenheit, sich auch tatsächlich der anderen Gruppe zu­zugesellen.

Übertragen auf die Klassenraum-Situation: Wenn wir ein wirklich lebensnahes Probediktieren in der häuslichen Sphäre des Kindes erreichen wollen, ist eine zuverlässige Methode die weitestgehende Reproduktion der akustischen Um­gebung der Klasse mittels der sogenannten Kunstkopf-Stereo­fo­nie. Dies ist in der MediTECH -­CD „Diktate spielerisch vorbereiten“ geschehen.

Beispiele im MP3-Format: Störschall, Diktat

 


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